Gesundes Sitzen macht Schule
Fachklinik für Naturheilverfahren praktiziert ein neuartiges Behandlungskonzept für Schreibtischkranke
BAD WALDSEE - Die Hauptbeschäftigung der Bundesbürger ist das Sitzen - ein Umstand, der erwiesenermaßen krank macht und das Gesundheitswesen viel Geld kostet. Denn zum einen gilt Bewegungsmangel als wesentlicher Risikofaktor für Thrombosen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und als wichtige Ursache für chronische Verdauungsstörungen. Vor allem aber werden Muskeln, Sehnen und Gelenke geschädigt, was häufig chronische Schmerzen und vielfältige Behandlungen zur Folge hat. Um Gesundheitsstörungen durch häufiges und falsches Sitzen zu vermeiden, haben Fachleute an der NaturaMed-Klinik, Bad Waldsee, ein neuartiges Konzept entwickelt: Die Sitzschule. Menschen, für die Dauersitzen aus beruflichen Gründen unvermeidbar ist, können jetzt in einem einwöchigen Kurs systematisch erlernen, wie sich Gesundheitsschäden durch richtiges Sitzen beheben und vermeiden lassen.
Jeder fünfte Bundesbürger leidet an Folgen des täglichen Sitzens. Anders als allgemein angenommen, wirkt sich lang dauerndes und falsches Sitzen nicht nur auf Nackenmuskulatur und Wirbelsäule aus. Der gesamte Bewegungsapparat wird in Mitleidenschaft gezogen, so daß das Sitzen als Ursache der Schmerzen zunächst oft gar nicht vermutet wird. Zum Beispiel Sehnenschmerzen am Ansatz der Bauchmuskulatur oder in der Leistengegend sind oft Folge falschen Sitzens. Auch sollten Beschwerden an Hüft- und Kniegelenken nicht vorschnell als Verschleißerscheinungen abgetan werden. Denn oft sind Sehnenverkürzungen durch gewohnheitsmäßiges Überkreuzen der Füße oder der Knie beim Sitzen die eigentliche Ursache.
Detaillierte Sitzanalyse
Solche Beschwerden durch richtiges Sitzen zu vermeiden, ist das Ziel der Sitzschule. In kleinen Gruppen haben die Sitzschüler täglich eine Stunde "Sitzunterricht". Hauptziel des Kurses ist es, eigene Sitzfehler herauszufinden, die Folgen am eigenen Körper zu erkennen, gesundes Sitzen von Grund auf neu zu erlernen und sich schädliche Sitzweisen durch ein neues Bewußtsein und reichlich Training abzugewöhnen.
Jeder Teilnehmer findet unter Anleitung von Ärzten und Physiotherapeuten im Laufe des Kurses selbst heraus, welche Sitzhaltung für ihn persönlich die beste ist: Dazu gehört unter anderem die Auswahl des individuell geeigneten Sitzmöbels, die optimale Einstellung der Sitzhöhe und der Sitzneigung zur Ausbalancierung des optimalen Sitzschwerpunktes ebenso wie die optimale Haltung von Armen, Schultern, Beinen und Füßen in der jeweils ausgeübten Tätigkeit.
Simulation des Arbeitsplatzes
Mit jedem einzelnen Kursteilnehmer werden die Sitzgewohnheiten und die Umgebung am Arbeitsplatz im Detail simuliert und notwendige Änderungen geplant. Denn der optimale Schreibtischstuhl und die neu erlernte Sitzhaltung nützen nichts, wenn der Betreffende durch einen zu hoch plazierten Bildschirm oder durch unerkannte oder schlecht korrigierte Sehfehler beim Schreiben und Lesen unbewußt wieder in Fehlhaltung gezwungen wird.
Auch vermeintliche Kleinigkeiten wie falscher Lichteinfall, fehlende Sonnenrollos oder ein wackelnder Tisch können unbewußt eine falsche Sitzhaltung oder eine schädliche Kopfneigung provozieren. Selbst die Art der Kleidung - enge Röcke, hohe Schuhe, ein drückender Hosenbund - werden in die individuelle Sitzanalyse einbezogen und mit den Patienten besprochen. Auch ständiges Rauchen am Arbeitsplatz kann - zusätzlich zu allen anderen Gesundheitsschäden - einseitige Verspannungen und Verkrampfungen hervorrufen.
Aktiv Sitzen lernen
Ein wesentlicher Aspekt der Sitzschule ist auch die "innere Sitzhaltung". Die Sitzschüler werden angeregt, darüber nachzudenken, warum sie sich beim Sitzen ducken, den Kopf einziehen oder die Beine übereinanderschlagen, und ob sich hinter der falschen Sitzhaltung nicht nur eine schlechte Angewohnheit sondern auch Ängste und Unsicherheiten verbergen. "Die meisten von uns haben verlernt, in ihrem eigenen Schwerpunkt zu sitzen", erklärt der Leiter der Sitzschule und Chefarzt Dr. med. Vinzenz Mansmann. "Halt und Stabilität müssen aus dem Menschen selbst kommen. Auch die aufwendigsten Sitzmöbel können uns im Grunde nur ein bißchen stützen."
Spezielle Massage unterstützt Lernerfolg
Wer durch falsches Sitzen bereits Beschwerden hat, wird über die Schulstunden hinaus nach dem Prinzip der Ganzheitsmedizin behandelt. Hauptsäule dabei ist des Prinzip der Manuellen Muskeltherapie - eine spezielle Massagetechnik, die ebenfalls an der gleichen Klinik entwickelt wurde. Die verspannten Muskeln und Sehnen werden dabei durch Lockerung und seitliches Verschieben mit den Fingern und Händen bearbeitet und zusätzlich durch elektrische Vibrationsbehandlung massiert. Diese intensive Behandlung von jeweils einer Stunde, die die Patienten bei den ersten Sitzungen zunächst als schmerzhaft empfinden, regt vor allem die Durchblutung in den verspannten Muskeln an und hilft dadurch beim Abtransport von Schlackenstoffen.
108 Zeilen, 50 Anschläge
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten
Täglich eine Doppelstunde Sitzunterricht
Fachklinik für Naturheilverfahren bekämpft Schreibtischkrankheiten
BAD WALDSEE - Die Deutschen haben reichlich Sitzfleisch - leider aber zuviel, beklagen die Mediziner. Denn das Dauersitzen am Schreibtisch bringt viele Gesundheitsprobleme mit sich, zum Beispiel ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskelschmerzen, Gelenk- und Sehnenschäden und nicht zuletzt chronische Darmträgheit. Um diesen Nebenwirkungen des Büroalltags entgegenzuwirken, wurde an der NaturaMed-Klinik, Bad Waldsee, eine neuartige Sitzschule gegründet. Menschen, die von Berufs wegen zum Dauersitzen verurteilt sind, können dort ab sofort in einem einwöchigen Kurs systematisch richtiges Sitzen erlernen und damit Gesundheitsschäden wirksam vorbeugen.
In kleinen Gruppen haben die Sitzschüler täglich eine Stunde "Sitzunterricht". Unter Anleitung der Lehrer - Ärzte und Physiotherapeuten - analysieren die Kursteilnehmer ihre Sitzfehler selbst und lernen die Folgen für den Organismus am eigenen Körper nachzuvollziehen. Zum Lernprogramm gehört ferner, daß jeder Schüler die für ihn optimale Sitzhaltung herausfindet. Verschiedene Sitzmöbel werden ausprobiert, die Sitzhöhe und die Sitzflächenneigung individuell eingestellt, der optimale Sitzschwerpunkt ausbalanciert und die Haltung von Armen, Schultern, Beinen und Füßen in der jeweils ausgeübten Tätigkeit korrigiert und geübt.
Auch äußere Einflußfaktoren, die Menschen in eine ungesunde Sitzhaltung zwingen, werden individuell analysiert, zum Beispiel ein zu hoch plazierter Bildschirm oder unerkannte oder schlecht korrigierte Sehfehler, ein falscher Lichteinfall, fehlende Sonnenrollos, ein wackelnder Tisch, zu hohe Absätze, enge Röcke oder ein drückender Hosenbund.
Nicht zuletzt müssen die Sitzschüler darüber nachdenken, ob sich hinter ihrer geduckten, gezwungenen oder verklemmten Sitzhaltung auch Angst und Unsicherheit verbergen, und können solche Probleme mit den Therapeuten besprechen. "Die meisten von uns haben verlernt, in ihrem eigenen Schwerpunkt zu sitzen", erklärt der Leiter der Sitzschule und Chefarzt Dr. med. Vinzenz Mansmann. "Halt und Stabilität müssen aus dem Menschen selbst kommen. Auch die aufwendigsten Sitzmöbel können uns im Grunde nur ein bißchen stützen."
50 Zeilen, 50 Anschläge
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten