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Berufliches Burnout

ist keine psychiatrische Erkrankung!

Prof. Dr. med. Joachim Bauer, Internist und Psychotherapeut aus Freiburg, warnt davor, "Burnout" zu einer "Modediagnose" zu erklären oder im Gegenteil alle mit Burnout-Symptomen zu "psychiatisieren", d.h. zu psychisch Kranken zu ernennen und entsprechend mit Psychopharmaka zu behandeln oder gleich in eine Psychosomatische Klinik einzuweisen.

Typisch für ein berufliches Burnout

Prof. Bauer 1) erklärt die Hauptkennzeichnung eines beruflichen Burnouts wie folgt:

  • Chronische emotionale Erschöpfung
    - Die Nerven sind total überreizt oder ausgelaugt und haben überhaupt keine Reserven mehr, um irgendwelche Unterbrechungen oder Anspannungen zu verkraften.
     
  • Berufliche Ineffizienz und das Gefühl eines Sinnverlustes bei der Arbeit
    - Der Begriff Burnout-Syndrom wurde erstmals in New York geprägt für Sozialarbeiter, die im Drogenmilieu sich immer nur sinnlos verausgabt haben und keinerlei Wertschätzung oder Erfolgerlebnisse ernteten.
     
  • Zynismus oder "Entpersönlichung"
    - Es besteht eine neu aufgetretene innere Abneigung und Distanz gegenüber Kunden und oft auch gegenüber Kollegen. (Dies ist bei einer Depression nicht typisch.)

 

 

1) Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 49, 8.12.11,
es wird im Folgenden mehrfach darauf zurückgegriffen.

Hinweis:

Das Wort Burnout ist offiziell nicht als Krankheit anerkannt, d.h. es gibt dafür keine Abrechnungsnummer für ambulante oder stationäre Behandlung.

Für eine Bezahlung durch eine Krankenversicherung ist eine "echte" Diagnose erforderlich.

Manche Ärzte verwenden:

Mittelschwere depressive Episode mit psychosomatischem Syndrom (ICD F31.11), wenn eine Depression mit Antriebslosigkeit und körperlichen Beschwerden im Vordergrund steht, oder

Angsstörung (ICD F45), wenn Ängste vorwiegen.

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